Ilmenau: CDU-Bürgermeisterkandidat und ehemaliger VSler scheitert bei Wahl

Am Sonntag, den 21. Oktober 2018 wurde in Ilmenau ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Als Wahlsieger ging der von der lokalen Wählervereinigung Pro Bockwurst ins Rennen geschickte und von der SPD, den Grünen und der Linken unterstützte Kandidat Daniel Schultheiß hervor. Als Gegenkandidat trat der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Bühl an, ehemaliger Mitarbeiter beim Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz und jüngerer Bruder des AfD-Bundestagsabgeordneten Marcus Bühl.

Andreas Bühl geriet vor drei Jahren in die Schlagzeilen als seine bis dahin verschwiegene Tätigkeit beim Thüringer Verfassungsschutz bekannt wurde. Zuständig im Bereich der Extremismusprävention arbeitete er vier Jahre lang für diejenige Behörde, die den NSU finanzierte und die Aufklärung der NSU-Taten maßgeblich vereitelte und behinderte.
Wir berichteten darüber:

Ilmenau: CDU-Landtagsabgeordneter hat Arbeit bei Thüringens gefährlichster Kameradschaft verschwiegen

Mit 35 Stimmen Vorsprung gewann das Ilmenauer CDU-Mitglied Andreas Bühl zur Landtagswahl 2014 das Direktmandat im südlichen Ilm-Kreis. Dabei verschwieg Bühl seine Mitgliedschaft bei Thüringens gefährlichster, weil best-ausfinanzierter Kameradschaft, den NSU-Mittätern vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz (VS).

Dass Bühl bestens für eine Karriere in der herrschenden Politik gerüstet ist, zeigt seine Reaktion auf die Anschuldigungen in der Lokalpresse. Wie ein Märchenonkel großen Stils erzählte er, der nicht gerade für klugen Journalismus bekannten Thüringer Allgemeinen (TA), einen vom Pferd: Er wollte beim Verfassungsschutz einen Beitrag zu einer toleranten Gesellschaft leisten und über wehrhafte Demokratie aufklären. Im Klartext: Wieder so ein Brandstifter, der sich zum Weltretter verklärt. Über die Taten des NSU und die Verstrickungen seiner Kameradschaft wusste Bühl die Gnade der späten Geburt auszuspielen. Schließlich geschah die Beihilfe zum mehrfachen Mord vor seiner aktiven Zeit.

Bühl hatte während des Wahlkampfes und in seiner Vita die Mitarbeit beim Verfassungsschutz verschwiegen. Er fürchtete wohl, dass sich das zerrüttete Image der wichtigsten NSU-Helfer auf sein Ergebnis auswirken könnte. Zumindest einer ist davon überzeugt. Ein Mann aus Gräfenroda erstattete Anzeige wegen Wahlbetruges gegen Bühl. Ob diese Aussicht auf Erfolg hat, ist zu bezweifeln. Trotzdem geht Bühl inzwischen die Muffe. Seine Homepage hat er eilig korrigiert und der TA als Beweis für seinen offenen Umgang mit der VS-Tätigkeit genannt. Blöd nur, dass Google Cache es besser weiß und die Version seiner Seite von vor ein paar Wochen bereithält – ohne Hinweis auf die Tätigkeit beim BRD-Inlandsgeheimdienst. Dumm gelaufen. Aber halb so wild – als Lügner und Verfolger verfügt er über Kernkompetenzen, die ihm im spätestens 2019 kommenden Kabinett Mohring weit nach vorn bringen werden.

Ursprüngliche Selbstdarstellung des VS-Mitarbeiters Andreas Bühl:

Eilig korrigierte Vita von Andreas Bühl, diesmal mit Hinweis auf seine Tätigkeit als VS-Agent: