Knockout 51 – die Gewalt hat viele Gesichter

Knockout 51 und Combat 18 am 29.1.2022 vereint im Flieder Volkshaus (v.l.n.r. oben): Bastian Adam, Julian Nölker, Nils Ackermann, Nils Kirrbach, Steven Feldmann, René Böttinger, Marko Gottschalk, unbekannt, Stanley Röske, Tobias Kammler, Tommy Haasch, Denis Kuzub; (v.l.n.r. unten) Mike Keding, Benjamin Schmoranz, Dominik Brandes, Florian Ott, Eric Krempler, Viviane Kajuth (Bild: EXIF Recherche)
Knockout 51 und Combat 18 am 29.1.2022 vereint im Flieder Volkshaus (v.l.n.r. oben): Bastian Adam, Julian Nölker, Nils Ackermann, Nils Kirrbach, Steven Feldmann, René Böttinger, Marko Gottschalk, unbekannt, Stanley Röske, Tobias Kammler, Tommy Haasch, Denis Kuzub; (v.l.n.r. unten) Mike Keding, Benjamin Schmoranz, Dominik Brandes, Florian Ott, Eric Krempler (Bild: EXIF Recherche)

Der Prozess am OLG Jena gegen Kevin Noeske und Marvin Wolf als Kader von Knockout 51 gemeinsam mit dem als Unterstützer angeklagten Patrick Wieschke steht kurz vor dem Abschluss. Bereits der erste Prozess gegen Leon Ringl, Eric Krempler, Maximilian Andreas und Bastian Adam stellte in seiner Verkürzung auf wenige Taten und bloß vier Angeklagte eine starke Verzerrung der Eisenacher Realitäten unter dem Alltagsterror der örtlichen Neonaziszene dar. Alleine Knockout 51 sind zweitweise über zwanzig Personen zuzuordnen gewesen, von denen wiederum ein gutes Dutzend unmittelbar an den verschiedenen Taten und am Aufbau der Gruppenstruktur beteiligt war. Weil die Bundesanwaltschaft sich für eine sehr verkürzte Anklage gegen wenige Exponenten entschied, entkamen viele HelferInnen der Öffentlichkeit eines Strafprozesses wegen Terrorverdachts. Dabei steht hinter den angeklagten Taten und der Gruppenstruktur eine ganze Szene überwiegend junger Neonazis, die bei bestem Wissen am Terror mit Tötungsabsichten gegen Linke mitgewirkt haben. Im Folgenden soll ein wenig Licht ins Dunkel dieser Eisenacher Zustände gebracht werden, die auch zwei Strafprozesse gegen wenige Kader von Knockout 51 überdauern werden.

Ein Beitrag von ‚We’re watching you, 51‘

Nils Ackermann

Nils Ackermann auf einem Montagsaufmarsch Eisenach 3.10.2022 (Bild: Youtube)
Nils Ackermann auf einem Montagsaufmarsch Eisenach 3.10.2022 (Bild: Youtube)

Nils Ackermann ist seit spätestens 2020 festes Mitglied bei Knockout 51 (KO51). Er verwaltete ab November 2020 die Instagram-Profile von KO51 und von der “Jungen Revolution”, die in jenem Jahr von den Eisenachern übernommen wurde. Zuvor hatte er bereits am Neonazi-Kampfsportcamp der Gruppen in Stützerbach im Juli 2020 teilgenommen. Ackermann übernahm für KO51 auch Saalschutz-Dienste bei Veranstaltungen im Flieder Volkshaus.
Ab 2022 tauchte Ackermann vermehrt im Umfeld der militanten Nazi- und Rockerszene Nordrhein-Westfalens auf. Zusammen mit dem KO51-Vertrauten Nils Kirrbach aus Hof pflegt Ackermann Verbindungen zu Benjamin Schmoranz aus Wuppertal und Dominik Brandes, der ursprünglich aus der Goslarer Naziszene stammt. Schmoranz und Brandes sind sowohl Vertraute von Kadern des rechtsterroristischen Netzwerks Combat 18 (C18) als auch Mitglieder der Rockergruppe “Ghost Gang MC”. Bei einem Treffen von C18 und KO51 in Eisenach im Frühjahr 2022 waren Ackermann, Kirrbach, Brandes und Schmoranz anwesend. Im Jahr 2023 tauchte Ackermann mehrfach auf Feiern des “Ghost Gang MC” auf und zeigte sich dabei u.a. auch als offizieller Anwärter, “Prospect”, der aus den “Bandidos” hervorgegangenen Gruppe.

Denis Kuzub

Beerdigung von Siegfried Borchardt in Dortmund am 21.1.2022 (Bild: Pixelarchiv)
Beerdigung von Siegfried Borchardt in Dortmund am 21.1.2022 (Bild: Pixelarchiv)

Denis Kuzub stieß im Zeitraum 2020/2021 zum Nachwuchs von KO51 hinzu und galt 2021 im Alter von 18 Jahren als Anwärter der Gruppe. Er nahm an Schulungen teil, die von Kevin Noeske und Leon Ringl für den Nachwuchs organisiert wurden. Kuzub beeindruckte seine Führungskader mit brutalen Übergriffen an der Seite von Eric Krempler und Hitler-Zitaten, die er im Netz verbreitete. Im November 2021 beteiligte sich Kuzub auch am Neonazi-Gedenken zum Volkstrauertag, das KO51 zusammen mit Patrick Wieschke in jenem Jahr erstmalig in Hötzelsroda organisierten. Im Winter 2021/2022 lief Denis Kuzub regelmäßig voll vermummt mit Eric Krempler und der KO51-Jugend an der Spitze der verhältnismäßig großen und radikalen Eisenacher Montagsdemos. Die Gruppe agierte dabei als Speerspitze gegen polizeiliche Zugriffe und dirigierte mit Fronttransparenten und Megafon die unangemeldeten rechten Aufmärsche. In der Silvesternacht vom 31.12.2021 überfiel Kuzub zusammen mit Florian Ott, Guido Bredau und Eric Krempler eine Feier von Bekannten in der Kleingartenanlage „Wiesengrund“. Der Anlass: Von der KO51-Jugendaktivistin Lara-Louise Teßmann war den Neonazis gesteckt worden, dass jemand sich dort gegen Nazis ausgesprochen hätte. Außerdem wären Leute anwesend, die Drogen konsumierten. Kuzub trat als einziger unvermummt auf und drängte einen der Anwesenden in die Gartenhütte, Währenddessen blieben Florian Ott und Guido Bredau im Garten und hielten die restlichen Feiernden unter Vorhalt einer Schreckschusswaffe davon ab, den Garten zu verlassen. In der Hütte verletzten Krempler und Kuzub zwei junge Männer mit Kopfstößen und Faustschlägen erheblich. Als Florian Ott hinzukam, wurde er von Kuzub seinerseits zu Schlägen gegen die Verletzten aufgefordert. Nach ersten Schlägen hielt Kuzub ihn zu mehr Brutalität an, woraufhin Ott den Betroffenen bewusstlos schlug. Die Angreifer kamen später in der Nacht nochmal zum Kleingarten zurück, um die Anwesenden erneut einzuschüchtern. Dabei zerschlug Denis Kuzub einen Tisch mit einem Hammer und Eric Krempler raubte ein Paar Bluetooth-Ohrhörer.
Zur Beerdigung von Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt in Dortmund am 21.1.2022 trug Kuzub zusammen mit Eric Krempler den Gedenkkranz des „Nationalen Widerstand Eisenach“. Die beiden hatten einen Gruppenausflug der KO51-Jugend dorthin organisiert. Nach der Beerdigung tauschten sie noch Kontakte mit Manuele Bertozzi von „Blood and Honour“ Schweiz aus, der sich regelmäßig in Dortmund aufhält. Eine Woche später war Kuzub beim Gruppentreffen von C18 und KO51 im Flieder Volkshaus dabei. Am 4.2.2022 überfiel Denis Kuzub zusammen mit Eric Krempler eine Geburtstagsfeier in einer Garagenanlage in Eisenach. Weitere KO51-Mitglieder sicherten den Überfall durch Versperren der Fluchtwege ab. Der Angriff zielte auf einen Polizeianwärter ab, dessen Anwesenheit wiederum von Lara-Louise Teßmann an ihre KO51-Kameraden gemeldet worden war. Kuzub zog den Betroffenen aus der Garage nach draußen, wo Eric Krempler ihn mit Quarzsandhandschuhen mehrfach gegen Kopf und Gesicht schlug. Der Betroffene trug vielfache Brüche an Augenhöhle, Jochbein und Kiefer davon. Als er fliehen wollte, bedrohte Krempler ihn noch mit einem Messer. Am 16.3.2022 lockte Lara-Louise Teßmann einen Bekannten in einen Hinterhalt an der Werner-Aßmann-Halle in Eisenach. Der Betroffene war angeblich als Drogenkonsument bekannt und hätte Teßmann zuvor beschimpft. Vermummt griffen Eric Krempler, Florian Ott, Denis Kuzub und Tommy Haasch den Betroffenen mit Pfefferspray und Schlägen an. Kuzub und Krempler schlugen ihm mit Quarzsandhandschuhen mehrfach ins Gesicht, wodurch dem Betroffenen u.a. ein Backenzahn abbrach.

Florian Ott

Florian Ott auf einem Naziaufmarsch gegen den CSD Eisenach 14.9.2024 (Bild: Pixelarchiv)
Florian Ott auf einem Naziaufmarsch gegen den CSD Eisenach 14.9.2024 (Bild: Pixelarchiv)

Florian Ott gehört zu den führenden Nachwuchskadern von KO51 und führt die Strukturen auch aktuell weiter. Ott kam vor ca. vier Jahren zur Gruppe und war gemeinsam mit Eric Krempler an mehreren brutalen Übergriffen beteiligt. Als die Gruppe zu Silvester 2021/2022 eine Kleingartenfeier überfiel, war Ott vermummt beteiligt. Als Eric Krempler und Denis Kuzub zwei Betroffene in die Gartenhütte gedrängt und bereits mehrfach geschlagen hatten, kam Ott hinzu. Auf Anweisung von Denis Kuzub schlug Ott zunehmend heftig auf einen Betroffenen ein, bis dieser das Bewusstsein verlor. Vier Wochen später war Florian Ott beim Treffen von KO51 und C18 im Flieder Volkshaus dabei. Auch beim Übergriff von Krempler, Kuzub und Tommy Haasch auf einen Bekannten der KO51-Nachwuchsaktivistin Lara-Louise Teßmann am 16.3.2022 war Florian Ott dabei. Ott war außerdem Teil der ersten Reihe, die der KO51-Nachwuchs auf den Eisenacher Montagsdemos regelmäßig stellte. Hierfür koordinierte Eric Krempler die gesamte Montagsdemo per Megafon, während der Nachwuchs um Denis Kuzub, Florian Ott, Mike Keding und Tommy Haasch, allesamt voll vermummt, vor und hinter dem Fronttransparent liefen, um die unangemeldeten Aufmärsche unter Missachtung von Infektionsschutzbestimmungen gegen die Polizei auch gewaltsam durchzusetzen. Bei einer weiteren Razzia der Bundesanwaltschaft gegen die Gruppe am 29. November 2023 wurde Florian Ott als Führungsperson der Jugendgruppe in Untersuchungshaft genommen. (LINK: autonome-antifa.org/breve8875) Einige Monate später wurde die Untersuchungshaft gegen Ott ausgesetzt. Florian Ott beteiligte sich am 14.9.2024 am von Eric Krempler organisierten Aufmarsch gegen den CSD in Eisenach und war auch beim revisionistischen Fackelgedenken von KO51 an Wehrmacht und SS am 17.11.2024 in Hötzelsroda dabei. Zuletzt lief Florian Ott an der Seite von Thorsten Heises („Die Heimat“ / C18) Sohn Thoralf Heise im Naziaufmarsch Dresden am 15.2.2025, im von Thorsten Heise mitorganisierten neonazistischen „Trauermarsch“ am 1.9.2025 in Leinefelde und im Naziaufmarsch Dresden am 13.2.2026 mit.
In Eisenach ist Ott als „Ares Ink“ als Tätowierer tätig.

Lauro Biastoch

Lauro Biastocj auf dem Querdenken-Großaufmarsch am 7.11.2020 in Leipzig (Bild: Presseservice Rathenow)
Lauro Biastocj auf dem Querdenken-Großaufmarsch am 7.11.2020 in Leipzig (Bild: Presseservice Rathenow)

Lauro Biastoch war seit 2020 bei KO51 aktiv. Im September 2020 beteiligte er sich an einem Gruppenfoto, auf dem ein Banner “Free Kyle” in Unterstützung für den rechten US-amerikanischen Attentäter Kyle Rittenhouse gezeigt wurde. Auf dem Foto zeigte Maximilian Andreas den Hitlergruß und Leon Ringl sein Hakenkreuztattoo auf dem Oberschenkel. Biastoch reiste mit KO51 zu den Querdenken-Großaufmärschen in Leipzig am 7. und 21.11.2020, wo die Gruppe an Angriffen auf Polizei und Antifaschist*innen beteiligt war. Biastoch war neben seinem Cousin Paul Biastoch und Benjamin Sode dabei, als Bastian Adam bei einer Kirmes in Wutha am 14.8.2021 einem Antifaschisten die Nase blutig stieß. Der Angriff sollte eine Rache für die willkürliche Unterstellung sein, dass der Betroffene an Angriffen auf Leon Ringls Kneipe “Bull’s Eye” beteiligt gewesen wäre. Weil Biastoch im Verlauf des Jahres eine Affäre mit Maximilian Andreas’ Freundin unterstellt wurde, drohte ihm Andreas Schläge an und Biastoch wurde aus KO51 ausgeschlossen. Seine Gruppenkleidung musste er daraufhin zurückgeben.
Lauro Biastoch bewegt sich seitdem vermehrt im Umfeld der Erfurter Neonazihooligans vom “Jungsturm KEF”. Weil er nicht fest zu deren Gruppe gehört, die von den Erfurter Ultras aus der eigenen Kurve verbannt wurde, ist Biastoch immer wieder im Ultrablock zu sehen. Beim Derby in Jena am 16.3.2024 war Biastoch jedoch Teil der mehreren Dutzend Neonazihooligans, die sich an die Spitze des Gästeblocks drängten und von dort Jenaer Fans mit Pyrotechnik angriffen.

Paul Biastoch

Paul Biastoch 2020 bei McShape Eisenach (Bild: Instagram)
Paul Biastoch 2020 bei McShape Eisenach (Bild: Instagram)

Paul Biastoch nahm am Kampfsporttraining von KO51 im Flieder Volkshaus teil und hatte regelmäßig KO51-Mitglieder im MCShape-Fitnessstudio zu Besuch, wo er als Trainer arbeitete. Biastochs Zugehörigkeit zur Gruppe wurde u.a. daran sichtbar, dass er von Leon Ringl Kleidung mit dem Gruppenemblem bekam. Bei einer Kirmes in Wutha am 14.8.2021 war Biastoch mit dabei, als Bastian Adam einen Antifaschisten angriff, dem er willkürlich eine Beteiligung an einem Angriff auf Leon Ringls Kneipe “Bull’s Eye” unterstellte. Nachdem Adam den Betroffenen mit einem Kopfstoß die Nase verletzte, drohte er ihm noch, ihn “abzustechen”.

Mike Keding

Mike Keding beim SS-Volkstrauertagsgedenken von KO51 in Hötzelsroda 17.11.2024 (Bild: Recherchenetzwerk Berlin)
Mike Keding beim SS-Volkstrauertagsgedenken von KO51 in Hötzelsroda 17.11.2024 (Bild: Recherchenetzwerk Berlin)

Mike Keding wurde 2021 für den KO51-Nachwuchs rekrutiert. Er kommt aus Stockhausen, wo er bis heute auch Fußball spielt. Keding bildete mit dem KO51-Nachwuchs die vermummte Spitze auf den Eisenacher Montagsdemos 2021-2022, wo er in Abstimmung mit Eric Krempler die Durchsetzung der unangemeldeten Aufmärsche gegen die Polizei koordinierte. In Kedings Kleingarten überfielen KO51-Schläger auf Zuruf von Kedings Kameradin Lara-Louise Teßmann zu Silvester 2021-2022 seine eigenen Gäste, da selbige sich angeblich gegen Nazis ausgesprochen hätten und Drogen konsumieren würden. Keding sah dabei zu, wie seine KO51-Kameraden seine Silvestergäste bis zur Bewusstlosigkeit verprügelten. Vier Wochen später nahm er als Teil des KO51-Nachwuchses an einem Treffen mit C18 im Flieder Volkshaus teil. Er war auch im weiteren Verlauf mit KO51 aktiv, u.a. auf den Eisenacher Montagsdemos. Er beteiligte er sich am NS-verherrlichenden “Heldengedenken” zum Volkstrauertag 2024 in Hötzelsroda und war Teil eines kleines Nazimobs, der am Rand des “Burschentags” in Eisenach im Juni 2025 “Heimat”-Flyer an die rechten Burschen verteilte.

Tommy Haasch

Tommy Haasch bei der Beerdigung von Siegfried Borchardt in Dortmund am 21.1.2022 (Bild: Pixelarchiv)
Tommy Haasch bei der Beerdigung von Siegfried Borchardt in Dortmund am 21.1.2022 (Bild: Pixelarchiv)

Tommy Haasch wurde 2021 von Eric Krempler für die KO51-Jugend rekrutiert. Er beteiligte sich am Gruppenausflug zur Beerdigung der Neonazi-Größe Siegfried “SS-Siggi” Borhardt in Dortmund am 21.1.2022 und war eine Woche später beim Treffen von KO51 mit Combat 18 dabei, als Gruppenfotos mit Hitlergruß und Hakenkreuzflagge im Flieder Volkshaus geschossen wurden. Am 16.3.2022 griff Haasch gemeinsam mit Denis Kuzub, Eric Krempler und Florian Ott vermummt und mit Pfefferspray sowie Quarzsandhandschuhen bewaffnet einen jungen Mann aus dem Hinterhalt an. Lara-Louise Teßmann von der KO51-Jugend war angeblich von dem Betroffenen zuvor beschimpft worden und zudem wäre er Drogenkonsument gewesen. Durch mehrfache Schläge wurde der Betroffene im Gesicht verletzt und ihm brach ein Backenzahn ab.

Thorben Pfotenhauer

Thorben Pfotenhauer beim NS-Volkstrauertagsgedenken in Eisenach am 17.11.2024 (Bild: Recherchenetzwerk Berlin)
Thorben Pfotenhauer beim NS-Volkstrauertagsgedenken in Eisenach am 17.11.2024 (Bild: Recherchenetzwerk Berlin)

Thorben Pfotenhauer wurde 2021 in der KO51-Jugendgruppe aktiv. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits jahrelange Erfahrung im Judo, woran die KO51-Kader mit ihrem Identitätsangebot für junge Männer und mit Kampfsporttraining gut anknüpfen konnten. Pfotenhauer beteiligte sich an dem Gruppenausflug zur Beerdigung von Siegfried “SS-Siggi” Borchardt in Dortmund am 21.1.2022. Er trainiert mit anderen KO51-Nachwuchsaktivisten Kampfsport, ist aber gleichzeitig noch aktiver Judokämpfer beim Polizeisportverein (PSV) Eisenach. Inzwischen trainiert er jedoch primär beim „Fight Gym X Project“ im südlichen Eichsfeld, für das er bei MMA-Wettkämpfen antritt. Als Kämpfer dieses Gyms lässt sich Pfotenhauer von Florian Otts Tattoostudio “Ares Ink” sponsern. Pfotenhauer kommt aus einer einschlägigen Familie: Danny Pfotenhauer war schon vor 25 Jahren im Thüringer Heimatschutz aktiv und beteiligte sich an militanten Aktionen der “Kameradschaft Eisenach” um Patrick Wieschke. Heutzutage stehen Danny und Thorben Pfotenhauer Seite an Seite bei Neonazi-Aktionen wie dem “Heldengedenken” an deutsche NS-KriegsverbrecherInnen zum Volkstrauertag 17.11.2024.

Hannah Ringl

Hannah Ringl beim KdN-Lagerverkauf am 15.11.2025 im “Bull’s Eye” in Eisenach (Bild: Pixelarchiv)
Hannah Ringl beim KdN-Lagerverkauf am 15.11.2025 im “Bull’s Eye” in Eisenach (Bild: Pixelarchiv)

Hannah Ringl war schon zusammen mit ihrem Bruder Leon Ringl in der Vorläufergruppe von KO51 aktiv, dem “Nationalen Aufbau Eisenach”. Während Ringls Gruppe sich 2021 in Richtung bewaffneter Kampf radikalisierte, stand Hannah Ringl unterstützend zur Seite. So kümmerte sie sich am 30.4.2021, als Leon Ringls Wohnung wegen Hinweisen auf illegale Schusswaffen durchsucht wurde, darum, seinen 3D-Drucker und Waffenteile von Ringls Mutter Ulrike Eckern abzuholen. Fortan bewahrte Hannah Ringl die kleine Waffenschmiede und eine Gaspistole für ihren Bruder in der gemeinsamen Wohnung in Werra-Suhl-Tal mit ihrem Partner Maximilian Hobert auf. Während des Prozesses gegen Ringl und drei weitere KO51-Kader besuchte Hannah Ringl regelmäßig die Verhandlungen in Begleitung weiterer Neonazis aus Eisenach und Dortmund. Am 14.9.2024 beteiligte sie sich auch am von Eric Krempler und dem KO51-Nachwuchs organisierten Aufmarsch gegen den CSD Eisenach. Ringl war außerdem am 15.11.2025 in der Kneipe ihrer Familie, dem Nazitreffpunkt “Bull’s Eye”, als auswärtige Neonazis aus Dortmund und Halberstadt einen “Lagerverkauf” mit Merch vom “Kampf der Nibelungen” veranstalteten.

Benjamin Sode

Benjamin Sode beim Naziaufmarsch in Dresden am 11.2.2023 (Bild: Recherche Nord)
Benjamin Sode beim Naziaufmarsch in Dresden am 11.2.2023 (Bild: Recherche Nord)

Benjamin Sode ist Amateur-Kampfsportler beim “Fight Club Eisenach” und begann im Laufe des Jahres 2021, das KO51-Training im Flieder Volkshaus anzuleiten. Sode war außerdem Mitglied in mehreren internen KO51-Chatgruppen und beteiligte sich an den “Kiezstreifen”, mit denen vermeintliche auswärtige Linke in Eisenach aufgespürt und Angriffen preisgegeben werden sollten. Dabei fiel Sode als jemand auf, der schnell in menschenfeindlicher Manier zu Angriffen anstachelte. Nachdem die Führungsriege von KO51 überwiegend in Haft kam, führte Sode gemeinsam mit Nils Ackermann die Aktivitäten und Vernetzungen von KO51 fort. Dazu gehörte eine engere Bindung an die ehemals den Bandidos zugehörige Rockergruppe “Ghost Gang MC Wuppertal”, die von einem Neonazi aus dem Umfeld von C18 angeführt wird. Für die Rockergruppe trat Benjamin Sode beim Kampfsportevent “Airfield Rumble” 2023 in Lahr als Kämpfer an. Im selben Jahr besuchte Sode gemeinsam mit Nils Ackermann mehrere Feiern des MC in Wuppertal.
Sode besuchte zudem im Februar 2023 den Naziaufmarsch in Dresden an der Seite von Saskia Fuchs, die früher beim “Nationalen Aufbau Eisenach” aktiv war. Zum Lokalderby zwischen FC Carl Zeiss Jena und dem FC Rot-Weiß Erfurt am 8.4.2025 stand Sode mit den Neonazihooligans vom “Jungsturm KEF” und einer großen Gruppe junger Neonazis aus der “Nationalrevolutionären Jugend” (NRJ) von “Der Dritte Weg” auf der Tribüne des Steigerwaldstadions.

Maximilian Hobert

Maximilian Hobert
Maximilian Hobert

Maximilian Hobert aus Werra-Suhl-Tal beteiligte sich als Umfeld von KO51 an den “Kiezstreifen” und den Chatgruppen zur Identifizierung vermeintlicher Linker, die KO51 als Angriffsziele galten. In diesen Chatgruppen war Hobert gemeinsam mit KO51 und Stanley Röske aktiv, dem Anführer des verbotenenen rechtsterroristischen Netzwerks C18. Hobert bewahrte in der gemeinsamen Wohnung seiner Partnerin Hannah Ringl, der Schwester von Leon Ringl, für Leon Ringl eine Gaspistole und Teile einer mit dem 3D-Drucker hergestellten Maschinenpistole auf. Der 3D-Drucker selber wurde auch aus Sicherheitserwägungen für Leon Ringl von Hobert und Hannah Ringl aufbewahrt. Maximilian Hobert war außerdem an der Erstellung von Neonazi-Aufklebern mit Leon Ringl beteiligt. Die Aufkleber mit dem Spruch “Defend Eisenach” zeigten ein Maschinengewehr. Hobert ließ die Aufkleber an seine Adresse schicken und verteilte sie danach in den Kreisen von KO51. Auch sprühte er “Sieg Heil” oder Hakenkreuze als Graffitis und animierte Bastian Adam dazu, in der Folgezeit etwaigen Linken aufzulauern, die Nazi-Sprühereien übermalen oder entfernen würden. Hobert spielt aktuell beim FSV Herda Fußball.

Julian Matzke

Julian Matzke beim Rechtsrockkonzert in Eisenach am 26.8.2023 (Bild: Recherche Nord)
Julian Matzke beim Rechtsrockkonzert in Eisenach am 26.8.2023 (Bild: Recherche Nord)

Julian Matzke ist erst spät zum KO51-Umfeld hinzugestoßen. Er gehört nicht zur klassischen Naziszene in Eisenach, sondern pflegt verschiedene Freundeskreise. Längere Zeit traf man ihn auch noch auf Veranstaltungen mit alternativem bis linkem Publikum. Laut eigener Aussage begann er in der Pandemie, mit KO51 im Flieder Volkshaus Kampfsport zu trainieren. Darüber wurde er auch in die internen Chatgruppen eingebunden und beteiligte sich an den “Kiezstreifen”. Matzke meldete Autos mit Jenaer oder Leipziger Kennzeichen an die Gruppe, verfolgte solche Autos mit vermeintlichen Antifaschist*innen und bereitete mögliche Angriffspläne durch KO51 vor. Daneben begann er 2022 damit, Rechtsrockkonzerte im Flieder Volkshaus zu besuchen. Matzke wurde zudem über Marvin Wolf auch als Saalschutz von KO51 für Veranstaltungen im Flieder Volkshaus engagiert. Bei einer Durchsuchung bei ihm wurden Sticker mit Parolen wie “Defend Eisenach” oder “Nazi-Kiez” gefunden.

Julian Nölker

Julian Nölker beim Montagsaufmarsch am 3.10.2022 in Eisenach (Bild: YouTube)
Julian Nölker beim Montagsaufmarsch am 3.10.2022 in Eisenach (Bild: YouTube)

Julian Nölker begann schon als Jugendlicher 2018 mit dem Besuch eines “Oidoxie”-Konzerts im hessischen Leun-Stockhausen und 2019 mit Konzertbesuchen bei Rechtsrock im Flieder Volkshaus. Im Verlauf des Jahres 2021 wurde er in die KO51-Nachwuchsstrukturen integriert. Beim Treffen der Gruppe mit C18 Ende Januar im Flieder Volkshaus posierte Nölker auf Gruppenfotos vor einer Hakenkreuzflagge. Im Laufe von 2022 und 2023 besuchte er mehrfach Rechtsrockkonzerte im Flieder Volkshaus gemeinsam mit Julian Matzke. Außerdem lief er am 3.10.2022 bei einem überregionalen Querdenken-Aufmarsch in Leipzig, der von AfD, ReichsbürgerInnen und Neonazis organisiert wurde, mit den KO51-Aktivisten Benjamin Sode und Marvin Wolf vor dem Block von NPD und JN.

Josephine Orthey

Josephine Orthey bei der Beerdigung von Siegfried Borchardt in Dortmund am 21.1.2022 (Bild: Recherche Nord)
Josephine Orthey bei der Beerdigung von Siegfried Borchardt in Dortmund am 21.1.2022 (Bild: Recherche Nord)

Josephine Orthey war von Herbst 2021 bis Mitte 2022 mit Eric Krempler liiert und wurde über ihn in die Nachwuchsstrukturen von KO51 eingebunden. Sie lief im KO51-Block auf Montagsdemos mit, fertigte Transparente an, war bei Kampfsporttrainings anwesend und Mitglied in internen Chatgruppen für das KO51-Umfeld. Orthey beteiligte sich auch am Gruppenausflug zu Siegfried “SS-Siggi” Borchardts Beerdigung in Dortmund am 21.1.2022. Am 4.2.2022 kam Orthey mit Krempler, Denis Kuzub und weiteren Mitgliedern des KO51-Nachwuchses zu einer Geburtstagsparty auf einem Garagenhof. Hier wollte Eric Krempler einen angehenden Polizisten verprügeln, mit dem Orthey früher befreundet war. Mit Hilfe von Kuzub wurde der junge Mann aus der Garage gezerrt, draußen brutal von Krempler verprügelt und mit einem Messer bedroht.
Ende März später plante Josephine Orthey mit Eric Krempler einen Angriff auf das LINKE-Büro RosaLuxx in Eisenach. Die beiden besprachen, wie größtmöglicher Schaden angerichtet werden könne, ohne dass durch Kameraüberwachung Spuren hinterlassen würden. Vor dem Angriff am 26.3.2022 trafen sich Orthey, Krempler, Steven Marx und Bastian Hausmann in Ortheys und Kremplers gemeinsamer Wohnung. Marx hatte am selben Abend an der Geburtstagsfeier des in Eisenach ansässigen Anführers von C18, Stanley Röske, teilgenommen. Josephine Orthey fuhr das Tatfahrzeug, aus dem sie Krempler, Hausmann und Marx in der Nähe des RosaLuxx absetzte. Nachdem die drei mehrere Steine in die Scheibe geworfen hatten, fuhr Orthey sie davon. Eine halbe Stunde später fuhr sie erneut mit Eric Krempler am RosaLuxx vorbei, um den Erfolg ihres Angriffs zu begutachten. Hierbei erzählte Krempler Orthey, dass er ursprünglich einen Brandsatz in das Büro haben werfen wollen. Wegen der Wohnungen darüber habe er diesen Plan jedoch verworfen. Nach der Verhaftung der KO51-Führungskader zwei Wochen später wurde Orthey zusammen mit Florian Ott auserkoren, die Jugendgruppe anstelle von Leon Ringl weiterzuführen.
Heute ist Josephine Orthey mit dem KO51-Nachwuchskader und -Mittäter Florian Ott liiert.

Lara-Louise Teßmann

Lara-Louise Teßmann beim Naziaufmarsch in Dortmund am 1.5.2023 (Bild: Recherche Nord)
Lara-Louise Teßmann beim Naziaufmarsch in Dortmund am 1.5.2023 (Bild: Recherche Nord)

Lara-Louise Teßmann wurde 2021 in der KO51-Jugendgruppe aktiv und wohnte neben anderen jungen Frauen den Kampfsporttrainings der Gruppe bei. Teßmann erstellte für den KO51-Nachwuchs auch die WhatsApp-Gruppe “Jungskins Eisenach”, die später in “JN Eisenach Info” umbenannt wurde. Teßmann wurde von Leon Ringl eine Vollmitgliedschaft in der “Sportgruppe” in Aussicht gestellt, wenn sie regelmäßig Kampfsport trainieren würde und einen beträchtlichen Anteil ihrer Freizeit in den Dienst von KO51 zu stellen bereit wäre. Teßmann war Teil einer KO51-Jugendabordnung zur Beerdigung von Siegfried “SS-Siggi” Borchardt in Dortmund am 21.1.2022.
Lara-Louise Teßmann stach zudem heraus, weil sie mehrfach Freunde oder Bekannte hinterrücks brutalen Übergriffen der männlichen KO51-Kader auslieferte: Sie informierte Eric Krempler über vermeintlich abschätzige Sprüche über Neonazis und Drogenkonsum ihrer Feiergesellschaft zu Silvester 2021/2022, woraufhin ein vermummtes KO51-Kommando die Feier zwei Mal in einer Nacht überfiel und u.a. einen Gast bis zur Bewusstlosigkeit verprügelte. Vier Wochen später schrieb Teßmann von einer Geburtstagsfeier in einem Garagenkomplex an Eric Krempler, dass er auf der “Zeckenfeier” einem “Bullen” eine “aufs Maul hauen” könnte. Daraufhin erschien Krempler mit KO51-Anhängern auf der Feier und verprügelte den anwesenden Polizeianwärter demonstrativ vor den Augen der Feiernden. Der Betroffene trug mehrfache Gesichtsfrakturen davon. Lara-Louise Teßmann verabredete sich auch zum Schein mit einem jungen Mann vor der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle, dem vier vermummte KO51-Schläger mit Pfefferspray und Quarzsandhandschuhen bewaffnet vor Ort auflauerten. Nach den Verhaftungen von vier führenden KO51-Mitgliedern setzte Teßmann ihren Aktivismus fort und baute auch ihre überregionale Vernetzung aus. Am 1.5.2022 lief sie im Naziaufmarsch in Dortmund mit und am 8.5.2022 besuchte sie das “Lunikoff”-Konzert im Eisenacher “Flieder Volkshaus”. Auch am 1. Mai 2023 in Dortmund erschien sie ohne Eisenacher Reisegruppe in Dortmund, wo sie u.a. neben dem Nordthüringer Kader Thorsten Heise, dessen Sohn Thoralf und weiteren Eichsfelder Neonazis im Aufmarsch von “Die Heimat” mitlief. Teßmanns Kontakte nach Dortmund passen auch zum Konflikt zwischen KO51 und dem Eisenacher “Heimat”-Wortführer Patrick Wieschke, der in der Untersuchungshaft ausführliche Aussagen machte und dadurch in Ungnade fiel: Gerade auch Dortmunder Neonazikader diffamierten Wieschke öffentlich als Verräter (s. “Knockout” in Runde 2, Antifainfoblatt 149 4/2025) und demonstrierten u.a. vergangenes Jahr mit dem “Lagerverkauft” in Leon Ringls Kneipe, dass sie Wieschke und das von ihm verwaltete Flieder Volkshaus meiden.

Markus Walther

Markus Walther beim SS-Volkstrauertagsgedenken von KO51 in Hötzelsroda 17.11.2024 (Bild: Pixelarchiv)
Markus Walther beim SS-Volkstrauertagsgedenken von KO51 in Hötzelsroda 17.11.2024 (Bild: Pixelarchiv)

Markus Walther war schon vor Jahren in der Vorgängergruppe von KO51 aktiv, dem “Nationalen Aufbau Eisenach”. Gemeinsam mit Leon Ringl und dessen Partnerin Ann-Kristin Winkler klebte Walther etwa im Oktober 2018 Nazisticker an die Eisenacher Synagoge. Nach Gründung von KO51 nahm er auch an Trainings der Gruppe teil, bis ihn laut eigener Aussage eine Verletzung davon abhielt. Er beteiligte sich zudem an der Verteilung von Sicherheitsdiensten bei Veranstaltungen im Flieder Volkshaus. Er fiel zunächst bei KO51 in Ungnade, als er aufgrund einer Geburtstagsfeier einen Schutzdienst am Flieder Volkshaus absagte. Als er am 10.2.2021 mit Freunden an der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle abhing, beobachtete Leon Ringls Mutter Ulrike Eckern mutmaßlich, wie Walther und seine Freunde etwas an der Halle beschädigten. Eckern informierte daraufhin Ringl über die Sachbeschädigung, der sich gemeinsam mit Maximilian Andreas auf den Weg zum Ort des Geschehens machte. Hier griffen die beiden die Anwesenden mit Faustschlägen gegen Gesicht und Kopf an. Leon Ringl schlug dabei Markus Walther bewusstlos. Durch Ringls Schläge erlitt Walther eine Mittelgesichtsfraktur, Jochbeinfraktur und einen Kieferhöhlenbruch. Er verbrachte eine Woche im Krankenhaus und wurde binnen eines Jahres zweimal operiert. Nach dem Angriff rief Walther bei Leon Ringl an und fragte nach dem Grund. Ringl erklärte ihm, dass das aus verschiedenen Gründen gerechtfertigt und zur “Ordnung” nötig gewesen wäre. Zudem drohte er Walther und dessen Freunden mit Rache, falls sie bei der Polizei belastende Aussagen machen würden. Entsprechend zurückhaltend fielen die Aussagen der Betroffenen zunächst aus. Auch als Zeuge vor dem OLG Jena gab sich Markus Walther größte Mühe, Leon Ringl nicht zu belasten.
Trotz alledem bewegt sich Walther weiter im Umfeld von Ringl und KO51 in der Eisenacher Naziszene. So nahm er mit seiner Partnerin Annabel Märkel am NS-verherrlichenden “Heldengedenken” von Leon Ringl und Eric Krempler am Volkstrauertag 2024 in Hötzelsroda teil.

Marius Laudenbach

Marius Laudenbach
Marius Laudenbach

Marius Laudenbach wurde Anfang 2020 bei KO51 aktiv. Im September wollte er mit der Gruppe zum angedachten Neonazi-Kampfsportturnier “Kampf der Nibelungen” fahren, bei dem Kevin Noeske für KO51 als Kämpfer antrat. Laudenbach war zu jener Zeit Polizeianwärter. Er trainierte u.a. mit Nils Ackermann gemeinsam Kraftsport bei McShape in Eisenach und verstetigte dadurch einen Austausch von Polizeiinterna mit KO51. Durch seine Teilnahme an den Kampfsporttrainings von KO51 wurde Laudenbach zum Mitglied der Gruppe, zahlte Mitgliedsbeiträge und bekam ein Gruppen-Shirt als Anerkennungszeichen. Nach einem Buttersäureangriff auf Leon Ringls Kneipe im Januar 2021 meldete sich Laudenbach privat bei Ringl und versprach ihm, interne Ermittlungsinformationen an Ringl weiterzugeben.

Steven Marx

Steven Marx
Steven Marx

Steven Marx ist Anwärter der rechtsterroristischen Gruppe C18, deren Anführer Stanley Röske aus dem Raum Kassel nach Eisenach zog. Marx beteiligte sich gemeinsam mit Eric Krempler und Bastian Hausmann an einem Angriff auf das LINKE-Wahlkreisbüro RosaLuxx in Eisenach am 26.3.2022, an dem Stanley Röske seine Kameraden von Combat 18 bundesweit nach Eisenach eingeladen hatte. Nachdem Krempler den Angriff zuvor mit Leon Ringl geplant hatte, fuhren die drei nachts zum Büro und warfen mehrere schwere Steine auf die Scheibe. Als Fahrerin agierte Eric Kremplers damalige Freundin Josephine Orthey, die zum KO51-Nachwuchs zählte. Der Angriff hatte zum Ziel, dass das Büro zum bevorstehenden “Sommergewinn”, einem Stadtfest zum Frühling, nicht öffnen sollte.

Ulrike Eckern

Ulrike Eckern beim AfD-Aufmarsch in Berlin am 8.10.2022 (Bild: Pixelarchiv)
Ulrike Eckern beim AfD-Aufmarsch in Berlin am 8.10.2022 (Bild: Pixelarchiv)

Die Mutter von Leon Ringl übernahm nach seiner Festnahme die Kneipe “Bull’s Eye” in Eisenach. Eckern war in stetigem Austausch mit ihrem Sohn, nicht nur über den Betrieb der Kneipe sondern auch über politische Aktionen, Gewalttaten sowie aktuelle Entwicklungen der Gruppe. Speziell zu den Corona-Demonstrationen war Eckern in die Organisierung der Corona-Demos in Eisenach beteiligt. Dabei tauschte sie sich regelmäßig mit Leon Ringl und Eric Krempler über Polizeibewegungen sowie die Koordination der An- und Abreise zusammen mit Wieschke, Ringl und anderen zu überregionalen Corona-Demonstrationen. Bei Durchsuchungen in den Wohnräumen von Eckern wurden nicht nur eine schwarz-weiß-rote Reichsflagge, eine SS-Fahne inklusive SS-Totenkopf, eine Fahne mit Keltenkreuz und noch mehr Hakenkreuzfahnen in verschiedenen Ausführungen gefunden, sondern auch eine Axt und ein Gewehr. Anfang 2021 telefonierte Eckern mit Leon Ringl über die Funktionsweise eines 3D-Druckers, welcher zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung von Eckern untergebracht war. Vor einer Razzia sollen Eckern und Ringl es noch geschafft haben einige Waffenbauteile aus dem 3D-Drucker wegzubringen, was durch mehrere abgehörte Telefonate sowie die Aussagen von Wieschke vor dem BGH bestätigt worden sind.

Bastian Hausmann

Bastian Hausmann beim AfD-Aufmarsch in Berlin am 8.10.2022 (Bild: Pixelarchiv)
Bastian Hausmann beim AfD-Aufmarsch in Berlin am 8.10.2022 (Bild: Pixelarchiv)

Bastian Hausmann ist der Partner von Leon Ringls Mutter Ulrike Eckern und seit Jahren in der Eisenacher Naziszene sehr aktiv. Hausmann wurde gemeinsam mit Steven Marx am 26.3.2022 von Eric Krempler für einen Angriff auf das LINKE-Büro RosaLuxx in Eisenach rekrutiert. Die drei trafen sich mit Josephine Orthey in Ortheys und Kremplers gemeinsamer Wohnung, von wo aus Orthey sie mit dem Auto in die Nähe des Büros fuhr. Die drei Männer vermummten sich und warfen drei schwere Steine in die Scheibe des Büros. Danach flüchteten sie mit Josephine Ortheys am Steuer des PKWs. Hausmann beteiligt sich regelmäßig an Rechtsrockkonzerten im Flieder Volkshaus, fuhr zum Prozess gegen Leon Ringl am Oberlandesgericht Jena und lief auch in rechter Solidarität beim Fackelmarsch der “Deutschen Burschenschaft” im Juni 2025 vom Eisenacher Markt zum Burschenschaftsdenkmal.

Guido Bredau

Guido Bredau war im Zeitraum 2021-2022 der Nachbar von Florian Ott und beteiligte sich am Überfall auf feiernde Jugendliche zu Silvester. Dort erschien er mit einem T-Shirt mit Reichsadler und Hakenkreuz und bedrohte Anwesende mit einer Schreckschusswaffe, während seine Kameraden Eric Krempler, Florian Ott und Denis Kuzub in der Kleingartenhütte auf zwei Betroffene heftig einschlugen.